Newcomer Finalist 2020, Janina Hünerberg


Geboren 1992 in Hamburg, Deutschland Studium 2012 bis 2018 Muthesius Kunsthochschule, Kiel, Abschluss Bachelor of Arts (2016), Master of Arts (2018) Beschäftigung heute Seit 2018 Industriedesignerin/Medicaldesignerin bei Holm & Laue GmbH & Co. KG.

Janina Hünerberg wurde am 3. Januar 1992 in Hamburg geboren. Von 2012 bis 2016 studierte sie an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, Industriedesign und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Zwei Jahre später folgte der Master of Arts im Bereich Medicaldesign. Bereits während des Studiums erhielt Janina Hünerberg mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter auch die eine Anerkennung beim Bayrischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner sowie beim Mia Seeger Preis für ein Messgerät zur Vor-Ort-Diagnostik von Mastitis bei Milchkühen. Zudem belegte sie beim Muthesiuspreis und bei der nationalen Runde des James Dyson Award den ersten Platz.
Ihre bisher wichtigsten Arbeiten entstanden ebenfalls im Bereich Medical Design, darunter LYBOprotect, ein antibiotisches Pflaster zur prophylaktischen Behandlung von Borreliose bei Zeckenstichen, das non-invasive Blutzuckermessgerät BIDOO für Hunde und Katzen und CONTIGO, ein Orientierungshelfer, der an Demenz erkrankten Menschen im Frühstadium hilft, selbstständig wieder den Weg nach Hause zu finden. Janina Hünerberg arbeitet seit 2018 als Industriedesignerin/Medicaldesignerin bei Holm & Laue GmbH & Co. KG.

 


 

Ein paar Fragen hätten wir an Janina Hünerberg:

 

Sie sind Newcomer-Finalistin beim German Design Award 2020. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?

Ich fühle mich sehr geehrt, dass meine Arbeit mit dieser Auszeichnung gewürdigt wird. Für mich ist es ein Zeichen dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass meine Projekte zu teils ungewöhnlichen Themen eine gewisse Strahlkraft entwickeln.


Was macht für Sie gutes Medical Design im 21. Jahrhundert aus?

Es werden immer mehr neue Technologien, Medikamente und Verfahren für medizinische Fragestellungen entwickelt. Gleichzeitig können Anwender wie Ärzte, medizinisches Personal und Privatpersonen keine Experten für die immer spezifischer werdenden Entwicklungen sein. Medical Design macht diese Technologien für jedermann nutzbar und schlägt somit eine Brücke zwischen Wissenschaft und Anwendung. Gute Gestaltung sollte dem Nutzer hohe Handlungssicherheit und dem Produkt Selbstverständlichkeit verleihen.


Sie haben den Schwerpunkt Ihrer Arbeit auf den Bereich Medical Design gelegt und konnten hier, wie Ihr Portfolio zeigt, bereits mit einigen bemerkenswerten Produkten überzeugen. Welches dieser Projekte liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Auch wenn mir der Designentwurf von LYBOprotect am besten gefällt, liegt mir das Projekt mamelle besonders am Herzen. Der Bereich Landwirtschaft wird im Design oft noch vernachlässigt und das, obwohl sich die Branche in einem großen strukturellen Wandel befindet, den es zu gestalten gilt. Moderne Technik und die Präzision eines Messgeräts mit der rauen Umgebung eines Kuhstalls zusammenzubringen war für mich eine wertvolle Erfahrung, die mich zu weiteren Projekten auf diesem Gebiet motiviert.


Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie für DesignerInnen im Bereich Medical für die Zukunft? Welche Rolle spielen für Ihre Arbeit dabei digitale Technologien, allen voran KI?

Digitale Technologien eröffnen gerade in der Diagnostik und Datenverwaltung völlig neue Horizonte. In vielen Bereichen ermöglichen sie eine enge Vernetzung mehrerer Akteure. KI kann helfen, Krankheitsbilder zu erkennen, diese abzugleichen und damit die Qualität der medizinischen Behandlung erheblich zu verbessern. Die Herausforderung für uns Designer ist es, diese Technologien zielgerichtet und unterstützend einzusetzen, ohne dabei den Menschen aus den Augen zu verlieren. 

 

www.janinahuenerberg.de