Newcomer Finalisten 2018, Andreas Goebel & Mandolin Maidt


Seit dem gemeinsamen Masterstudium arbeiten Andreas Goebel & Mandolin Maidt in vielen Projekten zusammen. Grundbaustein ihrer Arbeit ist die geteilte Faszination für funktionale Gestaltung und das Streben nach einfachen Lösungen komplexer Designaufgaben.

Während Goebel sein Grafik- und Produktdesignverständnis durch immer mehr Ingenieurswissen ergänzt, geht Maidt den umgekehrten Weg: Basis für seine Designerlaufbahn ist der Maschinenbau. Als gut eingespieltes Zweierteam leiten die beiden Designer heute gemeinsam als Heads of Design & Engineering ein interdisziplinäres Designteam mit 20 Mitarbeitern bei dem Münchner Start-up NavVis. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Entwicklung des M3 Mapping Trolley – "vom Konzept bis zur Fertigung". Als Designer prägen sie die Firmenkultur, entwickeln die Marke NavVis und gestalten die Arbeitsumgebung für die mittlerweile 120-köpfige Firma.

   

 

Ein paar Fragen hätten wir da an Andreas Goebel & Mandolin Maidt:


Sie sind als Team Finalist beim German Design Award 2018. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?


Der German Design Award ist für uns eine wichtige Auszeichnung. Wir fühlen uns geehrt zu den Finalisten zu gehören, und sehen uns in unserer Arbeit bestätigt.  


Sie sagen, dass Designer Verantwortung übernehmen müssen. Für Sie ein wichtiges Kriterium für gutes Design im 21. Jahrhundert?


"Wie" ein Produkt gestaltet ist, wird immer entscheidender – viel entscheidender, als dass es überhaupt existiert. Das bedeutet, dass die Anforderungen an ein Produkt in allen Anwendungsszenarien erfüllt werden müssen. Neben den formalästhetischen Gesichtspunkten müssen vor allem die Usability und der gesamte Produkt-Lebenszyklus gestaltet werden. Wir sehen Produkte immer im Kontext eines Systems: Ein Auto beispielsweise ist stark auf die Funktion von Fortbewegung und Status reduziert. Dass sie aber über 90 % der Zeit parken und unseren urbanen Lebensraum und soziales Miteinander beeinflussen, scheint außen vor gelassen zu werden.  


Sie haben das Start-up NavVis mit aufgebaut und leiten das Team für Design & Engineering. Wie erklären Sie diesen Erfolg?

Das Erfolgsmodell von NavVis liegt darin, dass wir sowohl Software- als auch Hardware-Produkte entwickeln. Damit decken wir ein breites Technologiesspektrum ab und werden zum Problemlöser für ganze Industriezweige. Der von uns zur Kartierung von Innenräumen entwickelte Mapping Trolley M3 ist darüber hinaus zu einem identitätsstiftenden Objekt für NavVis und unsere Kunden geworden.


Ihr Leitmotiv lautet „Design Driven Development“. Würden Sie uns in wenigen Sätzen erläutern, was Sie damit meinen?

Das bedeutet für uns, dass trotz restriktiver technischer Produktanforderungen der Fokus auf der Nutzerfreundlichkeit liegt. Die "Design-Denke" ist in jedem Schritt des Entwicklungsprozesses vorherrschend. In unserem Team arbeiten auch Ingenieure und Elektrotechniker nutzerorientiert.