Newcomer Finalist 2018, Fynn Scheewe

Fynn Scheewe studierte zunächst an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Psychologie, bevor er von 2013 bis 2017 an der Hochschule Mainz – University of Applied Sciences seinen Bachelor in Kommunikationsdesign machte. 2015 ging er für ein halbes Jahr nach Schweden, um an der Malmö Högskola ein Auslandssemester zu absolvieren. Das Thema Psychologie, insbesondere die Funktionen des menschlichen Gehirns, Wahrnehmung und KI, spielt in der Arbeit von Fynn Scheewe immer wieder eine zentrale Rolle.

 

 

Ein paar Fragen hätten wir an Fynn Scheewe:


Sie sind Finalist beim German Design Award 2018. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?


Es freut mich sehr und zeigt mir, dass meine Arbeit einen Nerv zu treffen scheint. Ich komme frisch von der Hochschule und habe erste Aufträge in der Selbstständigkeit. Da hilft die Auszeichnung mit einem guten Schub Selbstbewusstsein und Sicherheit, wo auch immer die berufliche Laufbahn hinführt. Nicht zuletzt ist sie Ansporn, die eigenen Ideen zu verwirklichen.  


Was macht für Sie gutes Kommunikationsdesign im 21. Jahrhundert aus?


An der Wichtigkeit des Grundsatzes "form follows function" hat sich meines Erachtens nichts geändert, auch Dieter Rams zehn Thesen für gutes Design sind noch aktuell. Für mich sind Eigenständigkeit, Haltung und Entwicklung wichtige Punkte im Kommunikationsdesign. Problemzentrierte, konzeptionelle Arbeit wird sich immer absetzen, auch von der Konkurrenz durch intelligente Computerprogramme.


In Ihrer Arbeit beschäftigen Sie sich auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI). Was macht für Sie die Faszination dieses Themas aus?

Ich finde interessant, was KI für uns Menschen bedeutet. Sie besitzt großes, schwer fassbares Potenzial, in das Hoffnungen und Ängste gleichermaßen projiziert werden. Das Thema kann Unbehagen, Unverständnis und Ablehnung hervorrufen, gerade im Hinblick auf den zukünftigen Arbeitsmarkt. Mit möglichen Auswirkungen auf das Berufsfeld des Kommunikationsdesigns habe ich mich in meiner Bachelorthesis beschäftigt.


Was bedeutet Ihrer Voraussicht nach die rasch voranschreitende Entwicklung der KI für die künftige Rolle des Menschen, bezogen auf Arbeit und Gesellschaft?

Die Arbeitswelt wird sich durch Automatisierung einiger Tätigkeiten verändern, was vor allem simplere, aber auch manche hochbezahlten, aufwändigen Arbeitsabläufe betrifft. Um Jobunsicherheit abzufedern, werden Grundeinkommen, Umschulung und lebenslanges Lernen stärker diskutiert werden. Ethische Fragen, wie weit Automatisierung gehen darf, kommen auf uns zu. Auch unterschiedliche Geschwindigkeiten, inwieweit wir uns an technische Neuerungen anpassen, bergen Konfliktpotenzial. Trotzdem sehe ich auch viel Positives, beispielsweise mehr kreative und fordernde Arbeit und höheren Lebensstandard.