Newcomer Finalist 2018, Julian Sommer

 
Julian Sommer, geboren 1991, studierte von 2011 bis 2016 Industrial Design an der Bergischen Universität Wuppertal. Das Studium schloss er mit einem Bachelor of Arts ab. 2014 nahm er an einem vier Monate dauernden Austauschprogramm der University of Cincinnati, Ohio USA, teil, bevor er von 2015 bis 2016 als Praktikant bei HUGE Design, San Francisco weitere Erfahrungen sammelte. Seit 2017 arbeitet Julian Sommer als festangestellter Industrial Designer bei NOTO Design in Köln. Ein Schwerpunkt seiner Bachelor-Arbeit ist die Verknüpfung von klassischer Naturkunde mit digitaler Technik.  

Neben der Nominierung als Newcomer Finalist des German Design Award 2018 wurde der Designer bereits mehrfach ausgezeichnet: u. a. 2016 als Red Dot Design Award Winner, als VDID Newcomer Award Winner 2017 und Core 77 Design Award Student Runner up.    

 

Ein paar Fragen hätten wir an Julian Sommer:


Sie sind Finalist beim German Design Award 2018. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?


Meiner Erfahrung nach ist Gestaltung ein schwer greifbares Thema und es gibt Zeiten, in denen man an sich als Designer zweifelt. Ich selbst setze mich mit meiner Arbeit immer äußerst kritisch auseinander und daher hat diese Auszeichnung eine sehr hohe Bedeutung für mich! Sie zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.  


Was macht für Sie gutes Design im 21. Jahrhundert aus?


Ich denke, gutes Design sollte sich heutzutage nicht mehr ausschließlich nur auf die Funktion und Ästhetik beschränken. Natürlich haben diese beiden Aspekte, vor allem für mich als ein klassischer Produktdesigner, einen extrem hohen Stellenwert. Dennoch sollte man sich als Designer mehr und mehr mit den weitreichenden Aspekten der Nachhaltigkeit auseinandersetzen. So gilt es, einen Mehrwert im Design zu finden, um dem neuen Produkt auf einem überschwemmten Markt eine Berechtigung zu geben. 


Ihr derzeitiges Referenz-Projekt ist das Skop, ein digitales Handmikroskop, das eine Brücke in den Consumer-Bereich schlägt. Wie kam es zu diesem Projekt?

Früher zählte das Mikroskop wohl zu einem der spannendsten Produkte für junge Entdecker. Inzwischen wurde dieses Produkt von Tablet und Smartphone abgelöst. Für meine Abschlussarbeit stellte ich mir die Aufgabe, dieses traditionelle Instrument durch Digitalisierung und Automatisierung aufzuwerten, um ein zeitgemäßes Mikroskop für den Consumer-Bereich zu schaffen. Beim Studieren meiner Arbeit soll man Lust bekommen, raus in die Natur zu gehen und die Welt auf eine neuartige, moderne Weise zu erkunden.


Im Portfolio Ihrer Einreichungsunterlagen stellen Sie vier weitere Projekte vor, darunter auch eine Nachttischleuchte als zweites Referenz-Projekt. Was macht die GE SMART BULB für Sie besonders?

Ich mag dieses Projekt sehr gerne, da es im Gegensatz zu den meisten meiner anderen Arbeiten ein eher niederkomplexes Produkt ist. Die reine ästhetische Gestaltung stand damit im Vordergrund. Das Ziel des Projekts war es, ein neues Leuchtmittel GEs in Szene zu setzen. Das Resultat ist eine skulpturale Silhouette, welche die ikonische Figur der Glühbirne gerade noch erahnen lässt.