Newcomer Finalist 2018, Laura Görs

Laura Görs studierte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel Industriedesign. In dieser Zeit sammelte sie in einem Praktikum bei Villeroy und Boch in Mettlach im Bereich Produktentwicklung/Design für Bad und Wellness praktische Erfahrungen. Nach dem Bachelorabschluss absolvierte sie ein einjähriges Traineeship bei KAHLA Porzellan in Thüringen, wo sie sowohl Einblick in Marketingstrategie und Produktentwicklung, als auch in die Gestaltung von Porzellandekoren, Messeauftritten und Ausstellungen erhielt. Im Oktober 2013 begann Görs ein Masterstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und konnte ihr Interesse im Gestaltungsbereich von Tischkultur und Kochen weiter ausbauen. Seit Oktober 2016 ist sie Meisterschülerin und Tutorin an der Kunsthochschule Weißensee und arbeitet als freiberufliche Designerin in Berlin.

 

Ein paar Fragen hätten wir an Laura Görs:


Sie sind Finalistin beim German Design Award 2018. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?


Ich habe mich riesig über die Auszeichnung gefreut, weil ich mich in meiner Art zu arbeiten bestätigt und verstanden fühle. Dass mein Portfolio diese Anerkennung erfährt, gibt mir ein gutes Gefühl für den Start in die Berufstätigkeit.  


Was macht für Sie gutes Design im 21. Jahrhundert aus?


Design bedeutet für mich, ein Objekt und den gesamten Weg dorthin zu gestalten, also auch seine Produktion und spätere Nutzung. Verantwortung zu übernehmen, bei der Materialwahl, dem Produktionsort und späteren Nutzen. In einer stark digitalisierten Gesellschaft ist es wichtig, dass Objekte den Nutzer in seinen Fähigkeiten bestärken, die Sinne ansprechen und zum Ausprobieren anregen. 


Mit dem Projekt Sensorium möchten Sie u.a. die Schönheit der Fermentation wieder in unser Bewusstsein rücken. Können Sie uns das Konzept in wenigen Sätzen ein wenig genauer erklären?

Fermentation beruht auf der Präsenz von Mikroorganismen, die diverse Lebenszyklen durchlaufen. Diese lassen sich anhand sensorischer Eindrücke messen. Seit es eine industrielle Lebensmittelproduktion gibt, sind uns die Wirkungen dieses Prozesses nicht mehr vertraut, wir misstrauen unseren eigenen Sinnen. Die Objekte, die ich entworfen habe, sehe ich als explorative Werkzeuge: Während des Essens schärfen sie die Wahrnehmung für die Veränderung der Speise auf olfaktorischer, visueller und haptischer Ebene.


Was sind für Sie gute Quellen der Inspiration für Ihre konzeptionelle Arbeit?

Ein Themenbereich, der mich schon immer interessiert hat und in dem Kultur, Tradition und Alltag verschmelzen, ist seit jeher das Kochen beziehungsweise die Ernährung. Mich interessieren heutige Gewohnheiten und Ansprüche an das Thema und damit einhergehende soziale und wirtschaftliche Aspekte. Grundlage meiner Ideen bilden meist Selbstexperimente, die später dazu dienen, das Konzept des Entwurfs immer wieder zu prüfen.