Newcomer Finalist 2018, Philipp Weber

 
Im Dezember 2012 schloss Philipp Weber sein Design-Studium an der Design Academy Eindhoven in den Niederlanden ab. In seiner Arbeit beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit dem Wert des Produktionsprozesses. Fragen wie „Welche Bedeutung haben Herstellungsprozesse heutzutage?“ oder „In welcher Beziehung stehen wir mit den Materialien, die uns umgeben?“ inspirieren seine Herangehensweise. Seine Projekte eröffnen neue Perspektiven auf Herstellungsprozesse und ergründen deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

Philipp Webers Projekt, A Strange Symphony, eine Allegorie der Beziehung zwischen Glas und Musik, gewann 2013 den New Talent Award des internationalen Berliner Design Festivals DMY und 2014 den Bayerischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner. 2015 wurde A Strange Symphony in die Sammlung des Shanghai Museum of Glass aufgenommen. Webers Arbeiten erlangten bisher internationale Aufmerksamkeit und wurden in Italien, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, Dubai und China ausgestellt. Im Sommer 2015 wurde er von der Australian National University in Canberra für ein siebenwöchiges Research-Projekt eingeladen.    

 

Ein paar Fragen hätten wir an Philipp Weber:


Sie sind Finalist beim German Design Award 2018. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihre Arbeit?


Ich freue mich über diese Auszeichnung und fühle mich geehrt. Sie zeigt mir, dass meine Ideen und Ansätze auf Resonanz stoßen, dass auch andere eine Relevanz in den Projekten sehen, an denen ich arbeite. Das motiviert mich natürlich weiterzumachen!



Traditionelles Handwerk spielt in Ihrer Arbeit eine zentrale Rolle. Was macht für Sie in diesem Zusammenhang gutes Design im 21. Jahrhundert aus?

Durch neue Technologien wird heutzutage vieles vermittelt. Meiner Meinung nach geht uns aber auch vieles verloren, denn die Industrie macht gewisse Erfahrungen entbehrlich, die früher für uns unerlässlich waren. Gutes Design sollte daher eindringlich sein und einen Bezug zu den Prozessen herstellen, die sich hinter einem Produkt verbergen. Handwerk darf dabei nicht in Vergessenheit geraten, sondern sollte einen neuen Stellenwert bekommen.


Wie wichtig ist Ihnen das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit in Ihrer Arbeit?

Meine Projekte wollen etwas vor Augen führen und bewusster machen, erfahrbar werden lassen. Auch wenn ich Umwelt und Nachhaltigkeit nicht direkt angehe, spreche ich damit doch eine nachhaltige Grundeinstellung an. Meine Arbeit hinterfragt die Distanz, die durch industrielle Herstellungsweisen zwischen Mensch und Material erzeugt wird. Im Rausch des digitalen Zeitalters möchte ich ein wenig Besinnung stattfinden lassen. Nachhaltig ist, wer ein Material versteht und wertschätzt.


Kohlenstoff, Glas, Textil – welches Material kommt als nächstes?

Ich finde die industrielle Herstellung von Stahl sehr spannend, weshalb ich mich in der Vergangenheit mit dem Material "Koks" auseinandergesetzt habe. In kommenden Projekten würde ich mich gerne mit Eisen und Stahl beschäftigen und somit die Stahlherstellung gestalterisch weiter ergründen.